Chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen erzielen Rekord-Marktanteile in Westeuropa

Angesichts der volatilen Kraftstoffpreise wenden sich Verbraucher zunehmend von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ab und bevorzugen Elektrofahrzeuge (EVs). Dies führt zu einem erbitterten Wettbewerb zwischen chinesischen EV-Herstellern und Tesla auf dem westeuropäischen Markt.


Daten des Schmidt Automotive Research Institute zeigen, dass der gemeinsame Marktanteil chinesischer Automobilhersteller – darunter BYD und Xpeng – auf den Neuwagen-Einzelhandelsmärkten von 18 westeuropäischen Ländern im zweiten Quartal 2026 einen historischen Höchststand von 10,7 % erreichte, gegenüber lediglich 5,7 % im gleichen Zeitraum des Vorjahres.


Unterdessen stieg der Marktanteil des US-amerikanischen EV-Giganten Tesla auf 2,6 % (gegenüber 1,7 % im Vorjahr), während der Gesamtmarktanteil der US-Automobilhersteller auf 6,5 % zurückging.


Analysten des Schmidt Automotive Research Institute erklärten in ihrem Bericht: "Teslas aggressive Preissenkungen im Jahr 2026 – durch die die Preise in mehreren westeuropäischen Ländern auf knapp über 30.000 € (ungefähr 7,80 RMB pro Euro) gesenkt wurden – stabilisierten den Gesamtanteil der US-Automobilhersteller und verhinderten einen weiteren Rückgang."


Teslas jüngste Runde von Preissenkungen fiel zeitlich mit den gemeinsamen Bemühungen chinesischer Automobilhersteller zusammen, ihre Expansion ins Ausland zu beschleunigen. Angesichts des doppelten Drucks durch die schleppende Inlandsnachfrage und von den USA errichtete Handelsbarrieren richten chinesische Unternehmen Europa zunehmend als wichtigen Wachstumsschauplatz ins Visier.


Der Branchenführer BYD führt in ganz Europa hochwertige Modelle seiner Marke Denza ein und plant, in den kommenden 12 Monaten 3.000 Schnellladestationen in der Region zu errichten. Im zweiten Quartal lieferte BYD 91.500 Neufahrzeuge in Westeuropa aus und erreichte einen Marktanteil von 2,8 %. Damit überholte das Unternehmen Tesla und übertraf MG – eine ursprünglich britische Marke, die heute dem SAIC-Konzern gehört.


Im Mai kündigte Leapmotor, das im Inland beeindruckende Verkaufszahlen erzielt hat, Pläne an, seine Produktionspartnerschaft mit dem europäischen Automobilriesen Stellantis in Westeuropa zu vertiefen. Im Juli gab Geely eine Investition in Höhe von 221 Mio. € bekannt, um einen Anteil von 34 % an einem Ford gehörenden Werk in Spanien zu erwerben. Dieser Schritt soll die Lokalisierungsstrategie des Unternehmens in Europa beschleunigen. Bemerkenswert ist, dass das Schmidt Automotive Research Institute chinesische Automobilhersteller und Tesla als "Newcomer" auf dem Markt einstuft. Zusammen erreichten sie im zweiten Quartal dieses Jahres einen Anteil von 13,3 % am westeuropäischen Neuwagenmarkt – ein deutlicher Gegensatz zu dem Anteil von lediglich 0,1 % vor einem Jahrzehnt.


Daten des Instituts zufolge trug die starke Leistung chinesischer und US-amerikanischer Hersteller von Fahrzeugen mit neuer Energie (NEV) dazu bei, dass der westeuropäische Neuwagenmarkt in der ersten Jahreshälfte sein bestes Ergebnis seit 2019 erzielte. Insgesamt wurden 6,44 Millionen neue Pkw zugelassen, was einem Anstieg von 5,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.


Im deutlichen Gegensatz dazu erreichten die Marktanteile europäischer, japanischer und südkoreanischer Automobilhersteller im zweiten Quartal jeweils mindestens den niedrigsten Stand seit zwei Jahren und lagen bei 65 %, 10,7 % beziehungsweise 7 %.


Ein am 31. Juli veröffentlichter Bericht von Fitch Ratings zeigt, dass das Exportvolumen chinesischer Elektrofahrzeuge im zweiten Quartal dieses Jahres trotz erheblicher Belastungen durch die zunehmend strengeren Vorschriften der Europäischen Union stark anstieg.


Dem Bericht zufolge haben lokale Kaufsubventionen für Fahrzeuge in Europa und die hohen Kraftstoffkosten gemeinsam den steigenden Absatz chinesischer Elektrofahrzeuge in der gesamten Region vorangetrieben.

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10-08-2026